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Dem Ameisenbär auf die Kralle geschaut

Florian Sontheim verpasst Hydraulikbaggern ein von der Natur inspiriertes Werkzeug

Florian Sontheim

Florian Sontheim

Ameisenbären sehen lustig aus, mit ihrer Röhrenschnauze und langen Zunge. Aber: Vorsicht! Die Tiere können gefährlich werden. “Sie haben zwar keine Zähne, dafür aber etwa sieben Zentimeter lange sehr scharfe Krallen an den Vorderzehen – eine richtige Waffe”, sagt Florian Sontheim, und in seiner Stimme klingt Respekt mit. Über etliche Wochen hat sich der 26-jährige Masterstudent der Mechatronik intensiv mit den Insektenfressern beschäftigt und sie im Dortmunder Zoo beobachtet. “Mit ihren Krallen knacken sie jeden Termitenhügel.”

Florian Sontheim betreut am Institut für Landmaschinentechnik und Regenerative Energien der Fachhochschule Köln seit zwei Jahren das Forschungsprojekt “Bionisch optimierter Aufreißzahn”. Er hat den Prototypen eines Werkzeugs für Hydraulikbagger entwickelt, mit dem sich auch sehr harte, steinige Böden aufbrechen lassen. Die Krallen des Ameisenbären dienten als Inspirationsquelle. Schon seit langem interessiert sich Florian Sontheim für Bionik – jenen Bereich der Wissenschaft, der versucht, “Erfindungen” der Natur in innovative Technik zu übertragen.

“In der Baubranche kommt die Bionik bislang eher selten zum Einsatz. Darum habe ich mich besonders darüber gefreut, dass ich den Prototypen auf der Fachmesse BAU 2011 in München vorstellen konnte”, sagt der gebürtige Allgäuer, der an der Fachhochschule Köln bereits seinen Abschluss als Diplom-Maschinenbauingenieur gemacht hat. Mit seiner Diplomarbeit legte er thematisch die Basis für das jetzige Projekt. Der betreuende Professor des Instituts engagierte ihn im Anschluss sofort als wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Florian Sontheim kann sich gut vorstellen zu promovieren. “Allerdings möchte ich danach auf jeden Fall in die Industrie, vielleicht zu einem Werkzeughersteller.” Er möchte das, was er im Studium gelernt hat, praktisch anwenden – dabei jedoch nicht nur Projektmanager sein, sondern gerne selbst anpacken: “Es macht mir Spaß, den Blaumann anzuziehen und zu schrauben und zu schweißen.”

Florian Sontheim

Florian Sontheim

Zur Person
Florian Sontheim wurde 1984 in Isny im Allgäu geboren. Er absolvierte den Diplom-Studiengang Maschinenbau im Jahr 2008 und studiert seitdem im Masterstudiengang Mechatronik an der Fachhochschule Köln. Florian Sontheim arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Mobile Arbeitsmaschinen.

Fragen an Florian Sontheim
Womit beschäftigen Sie sich gerade?
Ich arbeite an der Entwicklung einer neuartigen Messeinrichtung für Hydraulikbagger zur Optimierung des Arbeitsprozesses.

Was ist in Ihrem Studium besonders wichtig?
Ganz klar: meine Kommilitonen. Und meine Familie – sie steht immer hinter mir.

Welche drei Eigenschaften haben Ihnen in Ihrem Studium geholfen?
Neugier, Zielstrebigkeit, Fleiß.

Erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung mit der Hochschule?
Ja, mich hat damals das Gebäude ganz schön abgeschreckt! Wobei man sich daran sehr schnell gewöhnt hat.

Großen Einfluss hatte …
… meine Arbeit als Studentische Hilfskraft im Forschungsbereich Mobile Arbeitsmaschinen während meines Diplomstudiums.

Denke ich an mein Studium, denke ich sofort an …
… mein erstes Studium. Denn damals hatte ich ziemlich viel Freizeit, die mir jetzt ein bisschen fehlt.

Lebenslanges Lernen bedeutet …
… für mich neue Dinge zu entdecken.

Mich bewegt derzeit …
… vor allem meine letzten beiden Prüfungen für mein Masterstudium. Irgendwann will man einfach nur noch fertig werden.

Worauf sind Sie stolz?
Dass ich bis jetzt sagen kann: “Ich bin mit meinem Leben total zufrieden.”

Mein nächstes Ziel ist …
… mein Masterabschluss im Bereich Mechatronik.